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Artikel: Pull-Ups als Anfänger lernen: Vorübungen und Trainingsplan

Athlet beim Pull-Up an der Klimmzugstange — saubere Technik mit gestreckten Armen
Workout/ Training

Pull-Ups als Anfänger lernen: Vorübungen und Trainingsplan

Klimmzüge zählen zu den ehrlichsten Übungen im Training: kein Equipment-Versteckspiel, kein Trick – entweder du ziehst dich hoch oder eben nicht. Wer als Anfänger startet, kennt das Gefühl, am ersten Pull-Up zu scheitern. Die gute Nachricht: mit der richtigen Vorübungs-Progression und 2–3 Trainingseinheiten pro Woche kommt der erste saubere Klimmzug meist innerhalb von 8–12 Wochen.

Kurz und knapp

Für alle, die nicht erst 1500 Wörter lesen wollen.

  • Was ein Pull-Up ist: Eine Ganzkörper-Zugübung, die Latissimus, oberer Rücken, Bizeps, hintere Schulter, Core und Griffkraft gleichzeitig trainiert.
  • Technik: Gestreckte Arme an der Stange, Körperspannung aufbauen, mit Rücken- und Armmuskulatur kontrolliert hochziehen bis das Kinn über die Stange kommt, langsam ablassen.
  • Anfänger-Progression: Scapula Pull-Ups, Ring Rows, Negative und bandunterstützte Klimmzüge – 2–3×/Woche, je 3 Sätze, bis der erste freie Pull-Up steht.

 

Und los geht's.

Was sind Pull-Ups (Klimmzüge)

Ein klassischer Klimmzug ist eine Übung, bei der du dich mit gestreckten Armen an eine Stange hängst und dich anschliessend daran hochziehst, bis dein Kinn über die Stange reicht. Dabei arbeitest du meistens ausschliesslich mit deinem eigenen Körpergewicht. Klimmzüge zählen zu den Grundübungen. Sie trainieren mehrere Muskelgruppen gleichzeitig und bauen funktionelle Kraft auf.

Pull-Up Technik: So führst du Klimmzüge richtig aus

Damit du das Maximum aus deinen Klimmzügen herausholst, ist die saubere Ausführung wichtig.

Ausgangsposition:

  • Greife die Stange mit deiner bevorzugten Griffvariante
  • Hänge dich mit gestreckten Armen an die Stange, Füsse hängen frei oder überkreuzt
  • Aktiviere deine Körperspannung: Bauch anspannen, Po fest, kein Hohlkreuz
  • Ziehe deine Schultern leicht nach unten und hinten

Hochziehen:

  • Ziehe dich kontrolliert nach oben, bis dein Kinn über die Stange kommt
  • Führe die Bewegung mit Rücken- und Armmuskulatur
  • Ellbogen zeigen schräg nach hinten-unten

Oben halten:

  • Halte die Position kurz mit Spannung

Kontrolliertes Absenken:

  • Lasse dich langsam und kontrolliert wieder nach unten
  • Strecke die Arme komplett

Pull-Up Muskeln: Welche werden trainiert

  • Rücken: vor allem der breite Rückenmuskel
  • Bizeps: besonders beim Untergriff
  • Schultern: hintere Schulterpartien
  • Rumpf: Bauch- und Coremuskulatur für Stabilität
  • Griffkraft: Unterarme und Hände arbeiten ständig mit

Pull-Up Varianten: Vom Chin-Up bis Butterfly

Je nach Variante verschiebt sich der Fokus auf bestimmte Muskeln, Schwierigkeitsgrade oder Trainingsziele. Die drei Grundgriff-Varianten im direkten Vergleich:

Variante Griff Schwierigkeit Hauptmuskeln
Pull-Up Obergriff, schulterweit+ mittel Latissimus, oberer Rücken, hintere Schulter
Chin-Up Untergriff, schulterbreit einsteiger-freundlich Bizeps, mittlerer Rücken, Core
Neutralgriff parallel, Handflächen zueinander gelenkschonend Rücken, Arme, Schultern (ausgeglichen)

Im Detail zu allen acht Varianten:

Klassischer Pull-Up (Obergriff): Standardvariante für Rücken und Schultern.

Ausführung:

  • Greife die Stange etwas weiter als schulterbreit im Obergriff
  • Ziehe dich kontrolliert hoch, bis dein Kinn über die Stange kommt
  • Lasse dich langsam und kontrolliert wieder ab
  • Halte dabei deinen Körper stabil und in Spannung
  • Arbeite ohne Schwung

Fokus: Latissimus, oberer Rücken, hintere Schulter

Chin-Up (Untergriff): Mehr Bizeps, etwas leichter.

Ausführung:

  • Greife schulterbreit im Untergriff
  • Ziehe dich mit Fokus auf Bizeps und Rücken hoch
  • Halte die Ellenbogen nah am Körper
  • Kinn über die Stange, dann kontrolliert absenken

Fokus: Bizeps, mittlerer Rücken, Core

Neutralgriff (Parallelgriff): Sehr gelenkschonend.

Ausführung:

  • Greife zwei parallele Griffe (Handflächen zeigen zueinander)
  • Ziehe dich wie beim klassischen Klimmzug kontrolliert nach oben
  • Ideal bei Schulterproblemen oder für Abwechslung im Training

Fokus: Rücken, Arme, Schultern

Weighted Pull-Ups: Mit Zusatzgewicht – für fortgeschrittenen Kraftaufbau.

Ausführung:

  • Führe eine Pull-Up Variante deiner Wahl mit Gewichtsweste oder Dipgürtel und Zusatzgewicht aus
  • Beginne mit geringen Zusatzlasten und steigere langsam
  • Wichtig: Saubere Technik beibehalten, kein Schwung

Fokus: Maximalkraft, Muskelaufbau

Negative Pull-Ups: Nur die Abwärtsbewegung – ideal für Einsteiger.

Ausführung:

  • Steige mit einer Box hoch oder springe in die obere Klimmzugposition
  • Lasse dich dann langsam und kontrolliert innerhalb von 3–5 Sekunden nach unten bis die Arme komplett durchgestreckt sind
  • Wiederhole mehrmals – ideal zum Muskelaufbau bei Einsteigern

Fokus: Exzentrische Kraft, Einstiegstraining für echte Klimmzügen

L-Sit Pull-Ups: Beine im 90°-Winkel – kombiniert Rumpf- und Zugkraft.

Ausführung:

  • Strecke deine Beine waagrecht nach vorne, sodass dein Körper ein „L“ bildet
  • Halte die Beinposition während des gesamten Klimmzugs
  • Ziehe dich wie gewohnt mit Körperspannung nach oben

Fokus: Latissimus, Core, Hüftbeuger, Griffkraft

Kipping Pull-Ups: Mit Schwung aus der Hüfte – für hohe Wiederholungszahlen.

Ausführung:

  • Beginne mit einer leichten Vor- und Rückbewegung des Körpers (Kippbewegung)
  • Nutze den Schwung aus der Hüfte („Hip Drive“), um dich explosiv über die Stange zu ziehen
  • Strecke dich oben vollständig und gehe direkt in die nächste Wiederholung über

Fokus: Explosivität, Kondition, Technik – weniger Muskelisolierung

Butterfly Pull-Ups: Zyklische Schwungtechnik für maximale Wiederholungen im Crossfit.

Ausführung:

  • Starte aus einer stabilen Hangposition mit Körperspannung
  • Beginne mit einer kontrollierten Kreisbewegung deines Körpers („Butterfly-Pattern“): Brust nach vorne/unten – Füsse nach hinten/oben
  • Nutze den Schwung aus der Hüfte und ziehe dich gleichzeitig mit den Armen explosiv nach oben
  • Übergang direkt in die nächste Wiederholung – fliessende, kreisende Bewegung ohne Pause
  • Bewegungsfluss ist zyklisch, nicht pendelnd wie beim Kipping Pull-Up

Fokus: Zugkraft, Rhythmus, Effizienz bei hoher Wiederholungszahl – besonders in Crossfit-Workouts mit vielen Wiederholungen.

Vorteile von Pull-Ups

Klimmzüge sind Bestandteil von vielen Trainingsplänen und das zu Recht.

Ganzkörperübung: Trainiert Rücken, Arme, Schultern, Core und Griffkraft

Funktionell: Fördert echte, alltagsnahe Kraft

Minimalistisches Training: Du brauchst nur eine Stange oder etwas wo dich hochziehen kannst.

Progression möglich: Von Negativ-Klimmzügen über Weighted Pull-Ups bis zu einarmigen Pull-Ups

Verbessert Körperhaltung: Stärkt die Haltungsmuskulatur, ideal bei Sitzjobs

Pull-Ups lernen: Vorübungen für Anfänger

Viele schaffen anfangs keinen einzigen Klimmzug. Das kann zwar frustrierend sein, ist jedoch kein Weltuntergang. Hier ein sinnvoller Einstieg:

Scapular Pull-Ups

  • Nur Schulterblätter nach unten/hinten ziehen, ohne Ellenbogen zu beugen
  • Baut wichtige Haltemuskulatur auf

Sets/Reps: 3 Sätze à 8–12 Wiederholungen, 2–3×/Woche.

Rudervarianten

  • Horizontale Ziehbewegung als Vorstufe
  • Zum Beispiel Ring Rows

Sets/Reps: 3–4 Sätze à 8–12 Wiederholungen, 2–3×/Woche.

Negativ-Klimmzüge

  • Steige auf eine Box oder springe vom Boden in die obere Position des Klimmzuges, senke dich anschliessend innerhalb von 3-5 Sekunden in die untere Endposition ab
  • Effektiv für Kraftaufbau in der exzentrischen Phase

Sets/Reps: EMOM 8 Minuten mit je 2 Wiederholungen, oder 4–5 Sätze à 3–5 Wiederholungen, 2–3×/Woche.

Isometrisches Halten

  • Halte dich oben oder in der Mitte so lange wie möglich – baut Haltekraft auf
  • Diese Variante kann auch mit negativ Klimmzügen kombiniert werden

Sets/Reps: 3 Sätze à 10–20 Sekunden Halten, 2–3×/Woche.

Klimmzüge mit Widerstandsbändern

  • Nutze ein Gummiband, um dich beim Hochziehen zu unterstützen

Sets/Reps: 3 Sätze à 5–8 Wiederholungen, Bandstärke so wählen, dass die letzten 1–2 Wiederholungen schwerfallen.

Trainiere 2–3x pro Woche und steigere dich Schritt für Schritt – dann kommt der erste echte Klimmzug bald von ganz allein.

Wie lange dauert es bis zum ersten Pull-Up

Die ehrliche Antwort: das hängt stark von Ausgangskraft, Körpergewicht und Trainingskonstanz ab. Als grobe Richtwerte aus der Praxis:

  • 4–8 Wochen: wenn du bereits an der Klimmzugstange hängen, Scapula Pull-Ups sauber ausführen und 6–8 Negative kontrolliert absenken kannst.
  • 3–6 Monate: der typische Fall – kein Klimmzug zu Beginn, regelmässiges Training mit Vorübungen und schrittweisem Aufbau.
  • 6–12 Monate: bei höherem Körpergewicht oder wenn der Oberkörper sehr untrainiert startet. Geduld lohnt sich – die Bewegung kommt.

Wer 2–3 Trainingseinheiten pro Woche durchzieht, die Vorübungen progressiv steigert und an der Technik feilt, kommt zuverlässig zum ersten Pull-Up. Der zweite, dritte und fünfte folgen dann meist innerhalb weniger Wochen.

Fazit

Klimmzüge zählen zu den effektivsten Übungen für den Oberkörper. Sie benötigen kaum Equipment und lassen sich nahezu überall ausführen. Zwar erfordern sie eine gewisse Grundkraft, doch diese lässt sich gezielt aufbauen. Mit einem strukturierten Trainingsplan und etwas Geduld sind Fortschritte garantiert. Da Klimmzüge Bestandteil von vielen funktionellen Bewegungen sind, gehören sie zu den wichtigsten Basics im Krafttraining.

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