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Artikel: Was ist Bankdrücken? Muskeln, Technik und Varianten

Langhantel mit Gewichtsscheiben auf der Flachbank zum Bankdrücken in der Crossfit Box
Workout/ Training

Was ist Bankdrücken? Muskeln, Technik und Varianten

Bankdrücken zählt mit Kniebeuge und Kreuzheben zu den „Big Three" des Krafttrainings — und ist die meistgemessene Brustübung der Welt. Trotzdem sehen viele Anfänger erst nach Monaten echten Fortschritt, weil die Technik unterschätzt wird: Schulterblätter, Griffbreite und Bahn der Stange entscheiden, ob du Kraft aufbaust oder dir die Schulter ruinierst.

Kurz und knapp

  • Was Bankdrücken ist: Eine Mehrgelenksübung, bei der du auf der Flachbank liegend ein Gewicht (Langhantel oder Kurzhanteln) von der Brust nach oben drückst.
  • Welche Muskeln arbeiten: Primär grosser Brustmuskel (Pectoralis major), Trizeps und vordere Schulter (Deltoideus anterior) — mit Rumpf und Beinen als Stabilisatoren.
  • Welche Variante wann: Flachbank für allgemeine Brustkraft, Schrägbank für die obere Brust, Negativ für die untere, Kurzhantel für Dysbalancen, Floor Press als schulterschonende Alternative.

 

Und los geht's

Was ist Bankdrücken: Definition und Einordnung

Beim Bankdrücken liegst du auf einer Flachbank und drückst ein Gewicht von deiner Brust aus nach oben. Es ist eine Mehrgelenksübung, bei der vor allem die Brustmuskulatur, die Schultern und der Trizeps arbeiten. Egal ob du dich für Bankdrücken mit der Langhantel oder Kurzhanteln entscheidest: Ziel ist es, die Muskulatur zu kräftigen, die Bewegungskoordination zu verbessern und die Maximalkraft zu steigern. Durch kleine Anpassungen wie etwa beim Schrägbankdrücken oder Flachbankdrücken kannst du gezielt verschiedene Bereiche der Brust trainieren.

Geschichte des Bankdrückens: Vom Floor Press zum Powerlifting

Die Wurzeln des Bankdrückens reichen bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Ursprünglich wurde eine Variante, die der heutigen Floor Press gleicht, praktiziert. Hierbei drückten Sportler eine Langhantel liegend vom Boden aus nach oben. Mit der Zeit entwickelte sich daraus das heutige Bankdrücken, bei dem eine Trainingsbank eingesetzt wird. Diese erlaubt eine grössere Range of Motion und eine bessere Fokussierung auf die Brustmuskulatur. Besonders im Powerlifting etablierte sich Bankdrücken als feste Disziplin. Heute ist Bankdrücken nicht nur ein fester Bestandteil im professionellen Kraftsport, sondern auch aus Fitnessstudios weltweit nicht mehr wegzudenken. 

Bankdrücken-Technik: So führst du die Übung korrekt aus

Die richtige Technik beim Bankdrücken ist entscheidend, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen und maximal viel Gewicht zu bewegen.

Positionierung

  • Lege dich so auf die Bank, dass deine Augen unter der Stange sind.
  • Die Füsse stehen fest auf dem Boden, dein Rücken ist durch ein leichtes Hohlkreuz ein wenig gewölbt.

Griff

  • Greife die Stange etwas breiter als schulterbreit.
  • Deine Handgelenke sind stabil und die Daumen umfassen die Stange sicher.

Startposition

  • Baue Spannung im Gesäss und dem Lat auf
  • Hebe die Hantel aus der Halterung und halte sie über deiner Brust.
  • Die Arme sind fast gestreckt.

Absenken

  • Lasse die Hantel kontrolliert zur unteren Brust sinken.
  • Die Ellbogen zeigen dabei leicht schräg nach unten.

Hochdrücken

  • Drücke das Gewicht explosiv nach oben, ohne die Körperspannung zu verlieren.

Sicherheit: Trainiere schwere Sätze nie allein, ohne Safety Bars im Rack — sie sollen die Hantel kurz über deiner Brust abfangen, falls du einen Wiederholungsversuch nicht schaffst. Alternativ einen Spotter holen.

Häufige Fehler beim Bankdrücken

Die meisten Bankdrücken-Probleme entstehen aus den gleichen sechs Fehlern. Wer sie kennt, vermeidet Plateaus und schont vor allem die Schulter:

  • Schulterblätter nicht retrahiert: Liegen die Schulterblätter flach auf der Bank statt zusammengezogen, verlierst du Stabilität und belastest das Schultergelenk unnötig.
  • Stange auf Hals oder Schlüsselbein: Die Hantel gehört zur unteren Brust (Höhe Brustwarzen), nicht zum Hals — sonst spreizen die Ellbogen zu weit ab.
  • Ellbogen 90 Grad abgespreizt: Klassischer Schulterimpingement-Auslöser. Ellbogen sollten etwa 45-75° vom Oberkörper abstehen, nicht senkrecht.
  • Hantel auf der Brust „abprellen" lassen: Sieht stark aus, ist es nicht — du nimmst Spannung raus, riskierst Rippenprellungen und verlierst Trainingsreiz.
  • Füsse in der Luft oder Beine gekreuzt: Beinarbeit (Leg Drive) gehört zum Bankdrücken. Wer die Beine wegnimmt, verschenkt 10-15 % Kraft.
  • Zu enger oder zu breiter Griff: Faustregel — Unterarme stehen am tiefsten Punkt senkrecht. Zu breit belastet die Schulter, zu eng verlagert die Arbeit übermässig auf den Trizeps.

Bankdrücken Muskeln: Diese werden primär trainiert

Bankdrücken trainiert primär drei Muskelgruppen: den grossen Brustmuskel, den Trizeps und die vordere Schulter. Rumpf, Latissimus und Beine arbeiten als Stabilisatoren mit. Im Detail:

  • Grosser Brustmuskel (Pectoralis major): Hauptakteur. Bringt das Gewicht von der Brust nach oben, vor allem der untere und mittlere Anteil arbeitet beim Flachbankdrücken am stärksten.
  • Trizeps (Triceps brachii): Streckt den Ellbogen in der oberen Hälfte der Bewegung — je enger der Griff, desto stärker die Trizeps-Beteiligung.
  • Vordere Schulter (Deltoideus anterior): Unterstützt die Drückbewegung und stabilisiert das Schultergelenk während des Absenkens und Hochdrückens.
  • Stabilisatoren: Kleiner Brustmuskel (Pectoralis minor), vorderer Sägemuskel (Serratus anterior), Latissimus, Rumpf und Beine sorgen für die nötige Körperspannung — ohne sie verlierst du Kraft und Sicherheit.

Bankdrücken Sets, Wiederholungen und Gewicht für Anfänger

Wieviel Gewicht und wie viele Wiederholungen sind sinnvoll? Das hängt vom Trainingsziel ab — die folgenden Richtwerte sind ein bewährter Einstieg:

  • Anfänger (Muskelaufbau): 3 Sätze à 8-12 Wiederholungen mit 50-70 % deines Körpergewichts auf der Stange. Pausen 90-120 Sekunden zwischen den Sätzen.
  • Fortgeschrittene (Maximalkraft): 4-5 Sätze à 4-6 Wiederholungen mit dem 1- bis 1,5-fachen Körpergewicht. Pausen 2-3 Minuten.
  • Frequenz: Zwei Bankdrücken-Sessions pro Woche reichen den meisten Trainierenden — eine schwere, eine leichtere.
  • Steigerung: Schaffst du beide Trainings sauber alle Sätze im oberen Rep-Bereich, erhöhe das Gewicht um 1,25-2,5 kg pro Seite. Lineares Progressions-Schema wie bei Wendler 5/3/1 oder StrongLifts 5×5 funktioniert besonders gut.

Wo du im Verhältnis zu anderen stehst, kannst du im Artikel Wie stark bist du wirklich mit unseren Kraftstandards-Tabellen vergleichen — Bankdrücken ist dort eine der drei Referenzübungen.

Bankdrücken-Varianten: Flachbank, Schrägbank, Negativ und Kurzhantel

Je nach Trainingsziel und Schwerpunkt bieten sich verschiedene Varianten an:

  • Flachbankdrücken: Der Klassiker. Fokus auf die gesamte Brustmuskulatur. Ideal für Anfänger und Fortgeschrittene.
  • Schrägbankdrücken: Mit einer leicht aufgestellten Bank wird stärker die obere Brust trainiert.
  • Schrägbankdrücken Kurzhantel: Noch mehr Bewegungsfreiheit für jede Seite. Hervorragend, um Dysbalancen auszugleichen und zusätzliche Stabilität aufzubauen.
  • Bankdrücken Kurzhantel: Eine fantastische Alternative zur Langhantelvariante. Erfordert mehr Koordination und aktiviert zusätzliche stabilisierende Muskeln.
  • Negativ-Bankdrücken: Die Bank ist leicht abwärts geneigt – perfekt, um die untere Brust zu betonen. Bei dieser Variante lässt sich normalerweise am meisten Gewicht bewegen.
  • Floor Press: Bank wird weggelassen, reduziert die Belastung auf die Schulter und stärkt besonders den Trizeps.

Je nach Fortschritt und Zielsetzung solltest du verschiedene Varianten kombinieren, um den bestmöglichen Reiz für den Bankdrücken Muskel-Aufbau zu setzen.

Fazit: Bankdrücken als Fundament für die Brust

Bankdrücken zählt zu den „Big Three" des Krafttrainings und ist eine der effektivsten Übungen, um gezielt Kraft und Muskulatur aufzubauen. Ob klassisches Flachbankdrücken, intensives Schrägbankdrücken, Bankdrücken mit Kurzhanteln oder eine andere Variante — mit einer sauberen Bankdrück-Technik schöpfst du das volle Potenzial dieser Brustübung aus. Wenn du regelmässig verschiedene Varianten in dein Training integrierst, trainierst du deine Brust umfassend, setzt neue Reize und erzielst kontinuierlichen Fortschritt.

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